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DEAL CHECKMIETSPIEGEL24. Sept. 2026 · 6 Min.

239.000 € für 58 m² – rechnet sich das?

Das Ergebnis in einem Satz

Unter diesen Annahmen: −234 € Cashflow pro Monat bei Faktor 28,9.

Bruttorendite
3,5 %
Faktor
28,9
Cashflow Ist-Miete
−234 €
Cashflow Mietspiegel
−431 €
Cashflow € / Monat · vier Rechnungen
  1. Ist-Miete−234 €
  2. Mietspiegel−431 €
  3. 215 T€ · Ist−150 €
  4. 215 T€ · MS−348 €

Vermietete Altbauwohnung in Neukölln. Die Miete im Inserat liegt deutlich über dem Mietspiegel-Mittelwert. Was bleibt, wenn man beides rechnet?

Was im Inserat steht

Eine vermietete Altbauwohnung in Berlin-Neukölln, Baujahr 1908, 58 m² für 239.000 €. Das sind 4.121 € pro m². Die Wohnung ist vermietet, die Kaltmiete liegt laut Inserat bei 690 €.

Klingt erst einmal solide. Schauen wir uns die Zahlen an – und zwar zweimal: einmal mit der Miete aus dem Inserat und einmal mit dem, was der Mietspiegel dazu sagt.

AngabeWertHerkunft
Kaufpreis239.000 €Inserat
Wohnfläche58 m²Inserat
Kaltmiete690 € · 11,90 €/m²Inserat
Hausgeld, nicht umlagefähig95 € / MonatInserat
Baujahr1908Inserat

Die Kaufnebenkosten

Bevor die erste Miete fließt, kommen in Berlin rund 11,57 % auf den Kaufpreis. Das sind hier 27.652 € – Geld, das in keiner Rendite auftaucht, aber in der Regel aus Eigenkapital bezahlt wird.

PositionSatzBetrag
Grunderwerbsteuer Berlin6,0 %14.340 €
Notar und Grundbuch2,0 %4.780 €
Makler (Käuferanteil)3,57 %8.532 €
Summe11,57 %27.652 €

Miete: Inserat gegen Mietspiegel

Für eine Wohnung mit 58 m², Baujahr bis 1918, in mitteler Wohnlage nennt der Berliner Mietspiegel 2026 in Zeile 70 eine Spanne von 6,46 bis 12,59 €/m², Mittelwert 8,49 €/m².

Die Ist-Miete liegt mit 11,90 €/m² noch innerhalb der Spanne – aber 40 % über dem Mittelwert. Das ist nicht verboten und kann gute Gründe haben (Ausstattung, Balkon, modernisiertes Bad). Es heißt aber: Luft nach oben gibt es kaum, und bei einem Mieterwechsel ist nicht garantiert, dass die Miete in dieser Höhe wieder erzielt wird.

Zwei Rechnungen

Gleiche Finanzierung (80 % Darlehen, 3,7 % Sollzins, 1,5 % Tilgung), zwei Mieten:

KennzahlIst-MieteMietspiegel-Mittel
Kaltmiete / Monat690 €492 €
Miete je m²11,90 €/m²8,49 €/m²
Bruttorendite3,46 %2,47 %
Kaufpreisfaktor28,940,4
Monatsrate Darlehen829 €829 €
Cashflow / Monat−234 €−431 €

Unter diesen Annahmen ergibt sich mit der Ist-Miete ein Cashflow von −234 € pro Monat. Rechnet man mit dem Mietspiegel-Mittelwert, sind es −431 €. Die Differenz von 198 € im Monat ist genau das Risiko, das in der Ist-Miete steckt.

Szenario: Kaufpreis verhandelt auf 215.000 €

Was ändert sich, wenn der Preis um 24.000 € sinkt? Die Nebenkosten fallen mit, das Darlehen auch.

Kennzahl239.000 €215.000 €
Kaufnebenkosten27.652 €24.876 €
Eigenkapital (NK + 20 %)75.452 €67.876 €
Bruttorendite3,46 %3,85 %
Faktor28,926,0
Cashflow mit Ist-Miete−234 €−150 €
Cashflow mit Mietspiegel−431 €−348 €

Die Rechnung verändert sich deutlich – aber sie dreht nicht ins Positive. Auch bei 215.000 € bleibt der Cashflow negativ.

Was müsste passieren, damit es aufgeht?

Break-even-Miete
924 €
15,92 €/m² – über der Mietspiegel-Spanne
oder Eigenkapital
129.345 €
statt 75.452 € bei gleicher Miete

Damit der Cashflow bei null liegt, bräuchte es eine Kaltmiete von 924 € – das sind 15,92 €/m² und damit mehr als der obere Wert der Mietspiegel-Spanne. Oder deutlich mehr Eigenkapital: rund 129.345 €.

Das heißt nicht, dass die Wohnung „schlecht“ ist. Wer sie kauft, zahlt monatlich zu und setzt auf Wertentwicklung und Tilgung. Das kann eine bewusste Entscheidung sein – sie sollte nur nicht auf der Annahme beruhen, dass sich die Wohnung „von selbst trägt“.

Offene Fragen

Diese Informationen würde ich noch prüfen.

  1. 01Seit wann läuft der Mietvertrag – und gibt es eine Staffel- oder Indexvereinbarung?
  2. 02Wie setzt sich das Hausgeld zusammen, und wie hoch ist die Erhaltungsrücklage der WEG?
  3. 03Was steht in den Protokollen der letzten drei Eigentümerversammlungen?
  4. 04Genaue Adresse mit Hausnummer: Welche Wohnlage gilt wirklich?
  5. 05Zustand von Leitungen, Fenstern und Heizung – bei Baujahr 1908 entscheidend für Sonderumlagen.
Methode

So habe ich es gemacht

Eckdaten aus dem Inserat übernommen, Mietspiegelzeile über Wohnlage, Baujahresklasse und Fläche bestimmt, Kaufnebenkosten mit den Berliner Sätzen gerechnet. Cashflow = Kaltmiete − nicht umlagefähiges Hausgeld − Zins − Tilgung, vor Steuern.

Prompt
Du bist ein nüchterner Immobilienanalyst. Hier ist ein Inserat:
[Inserat einfügen]

1. Extrahiere Kaufpreis, Wohnfläche, Baujahr, Kaltmiete und Hausgeld.
   Markiere jede Angabe als INSERAT, und schreibe FEHLT, wenn etwas nicht drinsteht.
2. Rechne Bruttorendite, Kaufpreisfaktor und Kaufnebenkosten
   (Berlin: 6 % GrESt, 2 % Notar/Grundbuch, 3,57 % Makler).
3. Rechne den monatlichen Cashflow bei 80 % Finanzierung, 3,7 % Zins, 1,5 % Tilgung.
4. Liste offene Fragen an den Verkäufer. Keine Kaufempfehlung.

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